Der Strom des Kletterwerks in Radolfzell kommt bald von dessen Dach, erzeugt von einer Fotovoltaikanlage. Das beschlossen unsere Mitglieder am letzten Mittwoch bei der Mitgliederversammlung. Bereits im vergangenen Jahr wurde der Vorschlag vonseiten der Jugend des DAV eingebracht, in diesem Jahr stand die Anlage zur Abstimmung auf der Tagesordnung.

Die Zustimmung war nahezu einstimmig: Die Anlage mit Investitionskosten von rund 70.000 € Kosten soll nun bald auf dem Kletterwerk installiert werden. Da der Verein auf einen Zuschuss des Bundesverbands hoffen kann, sinken die Kosten für die Sektion entsprechend. Mit der Fotovoltaikanlage können 30 bis 45 Prozent des Eigenbedarfs gedeckt werden, in Spitzenzeiten produziert die Anlage circa 60 kW. Damit könnten täglich rund 90 Kilogramm CO2 eingespart werden, rechnete Sam Morris aus dem Jugendvorstand vor. Ein Speicher für erzeugten Strom, der nicht gebraucht wird, ist aktuell nicht geplant. Überschüssiger Strom wird somit ins allgemeine Netz eingespeist. Jedoch soll die Fotovoltaikanlage so angelegt sein, dass sie bei Bedarf auch erweitert werden kann – eventuell auch mit einer Batterie zur Stromspeicherung, erläuterte der 1. Vorsitzende Nils Weidmann.

In seinem Bericht blickte er auf ein durch die Coronapandemie bedingt schwieriges Vereinsjahr zurück. Das Kletterwerk, erst Mitte des Jahres 2020 durch den Kauf von der Stadt Radolfzell in den Besitz der Sektion übergegangen, war zur eigentlichen Hauptsaison im Winter sieben Monate lang komplett geschlossen, was sich mit einem deutlichen Minus bei den Eintritten auch im finanziellen Bereich auswirkte. Dennoch setzte die Sektion den Umbau der Halle weiter fort, es entstand ein neuer Boulder-, Ausbildungs- und Bistrobereich. Aber: Große Sprünge könne der Verein dieses Jahr nicht mehr machen, mahnte Schatzmeister Alexander Prox an. Nicht aufschiebbare Projekte werden in diesem Jahr umgesetzt, alles andere muss warten.

Mit einem „blauen Auge“ sei der Verein bei den Hütten davongekommen, sagte Nils Weidmann. Trotz geringerer Gästezahlen hielten sich die finanziellen Ausfälle bei der Konstanzer Hütte und der Gauenhütte in Grenzen, auch wenn die Gauenhütte im Winter ebenfalls verwaist war und nicht vermietet werden konnte.

Viel Applaus und eine Einlage der Jugend gab es bei der Verabschiedung von Jugendreferentin und damit Vorstandsmitglied Laura Korte. Sie übergab das Zepter an den 18-jährigen Konstantin Wenig. Das vakante Amt des Beisitzers Jugend übernimmt Jo Köhler. Auch bei den Fachreferaten gab es eine Verabschiedung. Das ehemalige Vorstandsmitglied Rolf Wilke, der viele Jahre auch das Referat Webseite/Internet inne hatte, gab dieses an Frank Nachtwey ab und im neu geschaffenen Referat Materialverleih zeichnet Uli Schirmer verantwortlich.