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Aus der Geschichte der Sektion Konstanz

Klavier oder Hüttenbau – über diese zwei Alternativen stimmten die Mitglieder der Sektion Konstanz bei der Vereinsversammlung am 8. November 1884 ab. Die „Klavierfraktion“ kämpfte gegen die „Hüttenfraktion“ und eine Vorabstimmung ergab ein Patt. So hält sich bis heute hartnäckig die Legende, dass die „Hüttenfraktion“ schnell noch ein Mitglied, das gerade ins Bett gehen wollte, ins Vereinslokal Barbarossa holte um die Stimmenmehrheit zu bekommen. Die Idee zum Hüttenbau kam auf in der Hochstimmung nach der mit Erfolg und großem Aufwand durchgeführten Generalversammlung des DÖAV in Konstanz zehn Jahre nach der Gründung, an der auch seine Königliche Hoheit Großherzog Friedrich von Baden teilnahm. Zehn Jahre zuvor hatten 20 Bürger der Stadt Konstanz auf Anregung von Herrn Dr. Wilhelm Strauß die Sektion gegründet. Herr Dr. Strauß war zuvor von Frankfurt nach Konstanz gezogen.

Der Bau der Konstanzer Hütte wurde im Frühjahr 1885 in Angriff genommen und schon im August 1885 fertiggestellt. Sie liegt im Verwall bei St. Anton. Die Hütte wurde mehrmals umgebaut und vergrößert. Im Frühjahr 1988 zerstörte ein gewaltiger Murenabgang die Hütte.  Weil im Laufe der Zeit es schon mehrere Murenabgänge gegeben hatte, entschloss man sich zu einem neuen Standort etwas unterhalb der alten Hütte. Die alte Hütte wurde abgerissen, die noch zu verwertenden Teile für die neue Hütte gesichert und die neue Hütte in Angriff genommen. Unter tatkräftiger Mithilfe der Mitglieder wurde der Neubau begonnen und die neue Hütte konnte im Juli 1991 eingeweiht werden.

Im Jahre 1954 bemühte sich die Sektion um eine neue Hütte nur für Sektionsmitglieder, sie fand eine geeignete Hütte im Gauertal in Vorarberg zur Miete. 1975 erwarb sie dort eine eigene Hütte, die rege von den Sektonsmitgliedern und Gruppen genutzt wird.

Seit dem Jahre 1969 besteht eine Freundschaft mit der Sektion „Am Albis“ bei Zürich. Jedes Jahr im Wechsel besuchen sich Mitglieder der Sektionen gegenseitig und unternehmen Bergtouren in dem Wandergebiet ihrer Hütten. Ebenfalls bestehen seit 1995 freundschaftliche Beziehungen zum Touristenclub in Tabor in Tschechien. Man besucht sich jedes Jahr im Wechsel und unternimmt Wanderungen zu verschiedenen Zielen.

Im Jahre 1996 wurde Frau Grete Osterwalder aus Konstanz für 60-jährige Mitgliedschaft in der Sektion geehrt. Sie war also schon im Jahre 1936 in die Sektion eingetreten und vermutlich das erste weibliche Mitglied. Wann Frauen die Mitgliedschaft in der Sektion erwerben konnten geht aus den vorhandenen Protokollen nicht hervor. Aber Bilder aus den 1920-er Jahren zeigen, dass Frauen viele Bergtouren mitgemacht haben, vermutlich als Töchter oder Ehefrauen, vielleicht aber auch schon als Mitglieder.  

Als in den 1990er Jahren das Sportklettern immer populärer wurde stand die Sektion nicht beiseite. Zunächst wurde in Singen in einer Sporthalle eine Kletterwand eingebaut, die aber nach einigen Jahren schon nicht mehr ausreichte, so dass 2004 die Planung für eine eigene Kletterhalle aufgenommen wurde, die dann in einem entkernten Turm des ehemaligen Radolfzeller Milchwerks realisiert wurde. Im „Kletterwerk“ stehen jetzt in 2 großen Hallen, einem Schulungskletterraum sowie mit einer großen Außenwand insgesamt 2500 qm Kletterfläche mit bis zu 18 m Wandhöhe zur Verfügung, dazu 2 Boulderräume und ein Kraft-/Slackline-Raum. Im Erd- und Untergeschoss gibt es 2 Seminarräume sowie Räume für die inzwischen über ein Dutzend Jugendgruppen.

Der Einzugbereich der Sektion Konstanz deckt sich mit dem gleichnamigen Landkreis. Sie ist inzwischen von 20 Mitgliedern im Jahre 1874 auf über 9000 Mitglieder angewachsen, und bietet in den verschiedenen Abteilungen jährlich weit über 200 Touren an, vom Wandern bis hochalpin, als alpinnahe Sektion natürlich ganz überwiegend in den Bergen.

 

Beate Leifert, Ottokar Groten